3D-Modellierung
3D‑Modellierung bezeichnet im BIM‑Kontext die computergestützte Erstellung und Bearbeitung eines digitalen, dreidimensionalen Gebäudemodells, in dem Bauteile und Räume mit ihrer Geometrie (x‑, y‑, z‑Koordinaten) sowie weiteren Eigenschaften als zusammenhängendes, objektorientiertes Modell abgebildet werden. Grundlage sind 3D‑Objekte und ‑Oberflächen, die über Polygone, Flächen und Kanten definiert und manipuliert werden.
In der BIM‑Methode bildet die 3D‑Modellierung die Basisebene („3D‑BIM“) aller weiteren Dimensionen wie Zeit (4D), Kosten (5D) oder Betrieb (6D/7D). Das frühzeitige Erstellen eines 3D‑Modells unterstützt das räumliche Verständnis des Projekts, erleichtert Abstimmungen mit Auftraggebern und ermöglicht Kollisionsprüfungen, technische Analysen und Simulationen noch vor Baubeginn. 3D‑Modellierung wird vor allem in frühen und mittleren Planungsphasen (Entwurf, Genehmigungs‑ und Ausführungsplanung) eingesetzt, wirkt aber über den gesamten Lebenszyklus fort, da aus dem Modell 2D‑Pläne, Mengenlisten, Visualisierungen, Begehungen und weitere Fachmodelle abgeleitet werden können. Typische Anwendungen sind die modellbasierte Koordination zwischen Fachdisziplinen, die Ableitung konsistenter 2D‑Dokumentation, die Erstellung von Bestandsmodellen aus Laserscan‑Punktwolken und die Vorbereitung der Integration in 4D‑/5D‑Workflows.
Praxisbeispiel
Ein praktisches Beispiel ist ein Architektur‑ und TGA‑Team, das ein gemeinsames 3D‑Gebäudemodell in einer BIM‑Authoring‑Software (z. B. Architektursoftware auf BIM‑Basis) aufbaut: Wände, Fenster, Decken und Anlagen werden als intelligente 3D‑Bauteile modelliert, automatische Grundrisse und Schnitte werden daraus abgeleitet, und eine Kollisionsprüfung identifiziert frühzeitig Konflikte zwischen Tragwerk und Leitungsführungen, bevor Ausführungspläne und Kostenberechnungen erstellt werden.
