Alphanumerische Daten
Alphanumerische Daten bezeichnen im BIM-Kontext alle nicht‑grafischen, text‑ und zahlenbasierten Informationen, die Bauteile, Räume oder andere Objekte eines digitalen Bauwerksmodells beschreiben. Sie ergänzen die geometrische Repräsentation und umfassen u.a. Bezeichnungen, Klassifikationen, Material- und Leistungsmerkmale, Kennziffern, Herstellerangaben sowie Zeit‑ und Kostendaten.
In BIM‑Modellen treten alphanumerische Daten als Attribute, Eigenschaften (Properties) oder Bauteileigenschaften auf, die direkt an Objekte des Modells gebunden sind. Sie bilden zusammen mit der Geometrie die zentrale Informationsbasis eines BIM‑Projekts und müssen geplant, erhoben, strukturiert und in einer gemeinsamen Datenumgebung (CDE) verwaltet werden. Normen wie die DIN EN ISO 19650 fordern, den Umfang und Detailgrad dieser Informationen (Informationsbedarfstiefe, LOI) pro Phase und Anwendungsfall festzulegen, um einen effizienten Informationsaustausch sicherzustellen.
Alphanumerische Daten spielen in allen Leistungsphasen eine Rolle: In der frühen Planung dienen sie z.B. zur funktionalen Beschreibung von Räumen und Bauteilen, in Entwurf und Ausführungsplanung zur technischen Spezifikation (Materialqualitäten, Klassifikationen, Normverweise), in Ausschreibung und Vergabe zur ableitbaren Leistungsverzeichnis‑ und Kostendatenbasis sowie in Bauausführung und Betrieb für Termin‑, Status‑ und FM‑Informationen. Mit standardisierten Merkmalsstrukturen und Merkmalservern (z.B. DIN BIM Cloud, bSDD) lassen sich alphanumerische Daten modellübergreifend einheitlich definieren und automatisiert für Prüfungen, Auswertungen und Übergaben (z.B. IFC‑Export) nutzen.
Praxisbeispiel
In einem BIM‑Modell einer Schule werden für jedes Türelement neben der Geometrie alphanumerische Daten hinterlegt: Türnummer, Nutzungseinheit, Feuerwiderstandsklasse, Schallschutzklasse, Fluchtwegzuordnung, Hersteller, Wartungsintervall und Kostenkennwert. Diese Merkmale werden aus der Modellautorensoftware in ein IFC‑Modell exportiert und dienen anschließend zur automatischen Türliste für die Ausschreibung, zur Kollisions- und Brandschutzprüfung sowie später im CAFM‑System für die Wartungsplanung.
