Glossar

Branchen

Architekturbüros

Architekturbüros sind Planungsbüros, die Gebäude und bauliche Anlagen entwerfen, genehmigungs- und ausführungsreif planen und die gestalterische sowie funktionale Qualität eines Projekts sicherstellen " zunehmend auch modellbasiert im BIM-Prozess.

Sie übernehmen oft die Leitidee, koordinieren Fachplanungen in frühen Phasen und liefern zentrale Planungsgrundlagen für Kosten, Termine und Ausführung. Im BIM-Kontext erstellen und pflegen sie häufig das Architektur-Fachmodell und stimmen Anforderungen mit Bauherrschaft, Fachplanern und Ausführung ab. Je nach Projekt organisieren sie Informationsanforderungen (z. B. Modellinhalte je Leistungsphase) und Schnittstellen zur Koordination. Im Leistungsbild Gebäude und Innenräume der HOAI sind die Grundleistungen in neun Leistungsphasen gegliedert.

Typische Inhalte / Aufgaben

  • Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung (je nach Leistungsbild)
  • Erstellung und Pflege des Architektur-Fachmodells inkl. Bauteilstruktur und Attributen
  • Abstimmung mit Tragwerk, TGA, Brandschutz und Ausbau (Schnittstellenklärung)
  • Ableitung von Plänen, Details, Mengen/Listen aus dem Modell
  • Qualitätssicherung zwischen Modell, Plänen und Anforderungen
  • Mitwirkung an Koordinationsterminen und Konfliktklärung (z. B. Kollisionen, Raumprogramme)

Praxisbeispiel

In einem Bürogebäude-Projekt erstellt das Architekturbüro das Architektur-Fachmodell in CAD, stimmt Raster und Schächte mit Tragwerk und TGA ab und liefert daraus Grundrisse, Türlisten und Raumbücher für die weitere Planung.

Synonyme / verwandte Begriffe

Architekturbüro, Architekt, Architekturplanung, Planungsbüro, Hochbauplanung, Entwurfsverfasser


Bauunternehmen

Bauunternehmen sind ausführende Betriebe, die Bauleistungen planen, kalkulieren und umsetzen und dabei zunehmend BIM-Daten für Mengen, Termine und Qualität nutzen.

Sie greifen in Ausschreibung, Arbeitsvorbereitung und Ausführung auf geprüfte Fachmodelle zu, koppeln diese mit Leistungsverzeichnissen und Bauablaufplänen und steuern Änderungen nachvollziehbar über das CDE. Im BIM-Kontext entstehen daraus 4D/5D-Modelle, Baufortschrittsberichte und dokumentierte Freigaben, die als Grundlage für Abrechnung und Übergabe dienen. Während der Ausführung wird in der Regel die BIM-Arbeitsmethode anhand der ISO 19650 angwendet.

Im Bauhauptgewerbe (Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen) waren 2024 rund 9.500 Betriebe erfasst.1

Typische Inhalte / Aufgaben

  • Ableitung von Mengen und Kalkulationsgrundlagen aus Modellständen (5D)
  • Bauablauf- und Taktplanung mit Modellverknüpfung (4D)
  • Baubarkeits- und Kollisionsprüfungen mit Baustellenrestriktionen
  • Logistik- und Geräteeinsatzplanung auf Basis der Bauphasen
  • Nachtrags- und Änderungsmanagement mit modellbasierten Nachweisen
  • Fortschreibung von As-built-Daten und Aufmaß im CDE

Praxisbeispiel

Ein Bauherr beauftragt ein Bauunternehmen mit der Ausführung; das Unternehmen plant die Zeitschienen (4D) und kalkuliert Kosten modellbasiert (5D), schreibt Leistungen an Nachunternehmer aus und realisiert das Gebäude gemeinsam mit den Baupartnern.

Synonyme / verwandte Begriffe

Generalunternehmer (GU), Generalübernehmer (GÜ), Bauausführung, Rohbauunternehmen, Ausbauunternehmen

Footnotes

  1. Statistisches Bundesamt (Destatis), Auftragseingang im Bauhauptgewerbe 2024 um 0,7 % niedriger als im Vorjahr, Pressemitteilung Nr. 071 vom 25. Februar 2025, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/02/PD25_071_441.html, Abrufdatum 2026-01-29

BIM-Beratung

BIM-Beratung begleitet Unternehmen oder Projekte bei der Einführung von Building Information Modeling und schafft dafür Strategie, Governance und einheitliche Standards.

Sie unterstützt Auftraggeber, Planungsbüros und Bauunternehmen vor allem in frühen Phasen oder bei Rollouts. Typisch sind die Definition von AIA/BAP, die Auswahl von Toolchains, das Aufsetzen von CDE-Prozessen sowie die Qualifizierung der Teams. Ziel ist eine verlässliche, projektfähige BIM-Arbeitsweise über Planung, Bau und Betrieb hinweg.

Typische Inhalte / Aufgaben

  • BIM-Strategie, Roadmap und Reifegradanalyse erarbeiten - Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) und BIM-Abwicklungsplan (BAP) erstellen oder prüfen
  • Modellierungsrichtlinien, Namenskonventionen und Attributsets definieren
  • CDE/BCF-Prozesse, Rollen und Freigaben festlegen
  • Pilotprojekte, Prüfregeln und Automatisierungen bewerten
  • Trainings, Coaching und Qualitätsaudits durchführen

Praxisbeispiel

Ein öffentlicher Bauherr beauftragt eine BIM-Roadmap; die Beratung definiert AIA/BAP, richtet das CDE ein und begleitet die erste Vergabe mit modellbasierten Anforderungen.

Synonyme / verwandte Begriffe

BIM-Consulting, BIM-Management


BIM-Softwareanbieter

BIM-Softwareanbieter sind Unternehmen, die Software im BIM-Kosmos bereitstellen und den offenen Austausch von 3D-Planungsdaten ermöglichen. Definierend ist, dass ihre Lösungen openBIM-Formate wie IFC und BCF einlesen und speichern können und so interoperable Workflows unterstützen.

Sie bedienen unterschiedliche Einsatzfelder entlang des Projektlebenszyklus, vom Entwurf bis zum Betrieb. Dazu gehören CAD/Authoring, CDE-Plattformen, Model Checker, BIM-Viewer, 4D- und 5D-Tools, FM-/CAFM-Integrationen sowie weitere Spezialanwendungen. Je nach Rolle im Projekt werden diese Systeme kombiniert und über Schnittstellen in bestehende Toolchains eingebunden.


CAD-CAM-Dienstleistungen

CAD/CAM-Dienstleistungen umfassen die modellbasierte Detailplanung und Fertigungsvorbereitung, bei der aus BIM-Modellen fertigungstaugliche Bauteile, NC-Programme und Montageinformationen entstehen.

Sie werden vor allem im Stahl-, Metall- und Holzbau, im Fassadenbau sowie bei TGA-Vorfertigung eingesetzt. Dienstleister übernehmen Fachmodelle, verfeinern Geometrien, definieren Toleranzen und erzeugen Maschinendaten für CNC, Laser oder Biegemaschinen. Die Abstimmung erfolgt eng mit Werkplanung, Produktion und Montage, häufig über STEP/IFC und CDE-gestützte Freigaben.

Typische Inhalte / Aufgaben

  • Fachmodelle in fertigungsgerechte Detailmodelle mit Verbindungen und Toleranzen überführen
  • NC-Programme und Maschinendaten für Schneiden, Fräsen, Lasern oder Biegen erzeugen
  • Stücklisten, Zuschnittpläne und Montageanleitungen generieren und versionieren
  • Kollisions- und Baubarkeitsprüfungen mit Fertigungsrestriktionen durchführen
  • Schnittstellen zu ERP/MES, Maschinen und CDE testen und pflegen
  • Rückmeldungen aus Fertigung und Montage ins Modell zurückspielen

Synonyme / verwandte Begriffe

Digitale Fertigung, CAM-Engineering, CNC-Programmierung, Werkstattplanung, Fertigungsplanung


Fertigteile (Prefab)

Prefab bezeichnet Unternehmen, die Bauteile oder Module vorproduzieren und montagefertig zur Baustelle liefern, wobei BIM-Modelle als Grundlage für Planung, Fertigung und Logistik dienen.

Einsatzfelder sind Betonfertigteile, Holz- und Modulbau, Haustechnik- und Fassadenmodule. Prefab-Anbieter übernehmen Architektur- oder TGA-Modelle, passen Geometrie, Bewehrung, Einbauteile und Anschlüsse an und erzeugen Fertigungsdaten. Sie koordinieren Just-in-time-Lieferung, Montagefolgen und Rückmeldungen in das Bestandsmodell.

2024 entfielen 22,2 % der fertiggestellten Wohngebäude auf Fertigteilbauweise ("mehr als jedes fünfte Wohngebäude").1

Typische Inhalte / Aufgaben

  • Fachmodelle in fertigungsgerechte Prefab-Modelle mit Toleranzen überführen
  • Stücklisten, Bewehrungs- und Einbauteilpläne sowie Schalungsdaten erstellen
  • Produktions- und Montageschritte mit Bauzeitenplan (4D) abstimmen
  • Qualitätsprüfungen und Freigaben im CDE/BCF steuern
  • Logistik, Verpackung und Kennzeichnung für JIT-Lieferungen planen
  • Rückmeldungen aus Fertigung und Montage ins As-built-Modell einpflegen

Praxisbeispiel

Bei einer Schulmodulanlage liefert der Prefab-Partner Holzmodule mit vormontierter TGA, steuert die Anlieferung im Taktfahrplan und dokumentiert Änderungen über BCF im Projektmodell.

Synonyme / verwandte Begriffe

Modulbau, Vorfertigung, Prefabrication, Betonfertigteile, Holzmodulbau

Footnotes

  1. Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024 wurden 15,5 % weniger Wohngebäude aus Fertigteilen errichtet als 2023, Pressemitteilung Nr. N039 vom 28. Juli 2025, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/07/PD25_N039_31.html, Abrufdatum 2026-01-29

Gebäudetechnik (FM)

Gebäudetechnik (FM) bezeichnet im Kontext des Facility Managements die Gesamtheit der technischen Anlagen und Systeme eines Gebäudes. Insbesondere Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Sanitär', Elektro- und Gebäudeautomationssysteme, samt ihrer digitalen Beschreibung, Überwachung und Bewirtschaftung über den Lebenszyklus hinweg. Im BIM-Kontext werden diese technischen Gewerke als Teil der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) strukturiert im Modell abgebildet und für den Betrieb nutzbar gemacht.

In BIM-Projekten gewinnt die Gebäudetechnik für das Facility Management vor allem ab der Ausführungs', Übergabe- und Nutzungsphase an Bedeutung. Ein FM'taugliches BIM- oder "As-built"-Modell dient als digitale Datenbasis bzw. Gebäudezwilling, in dem Lage, Eigenschaften, Wartungsintervalle und Lebensdauern der technischen Anlagen hinterlegt sind. Dadurch können Wartung, Störungsbearbeitung, Energiemanagement und Modernisierungsmaßnahmen effizient geplant und gesteuert werden. Die Kopplung von BIM-Modell, CAFM-/CMMS-Systemen und ggf. IoT'Sensorik ermöglicht zudem eine Echtzeitüberwachung der Gebäudetechnik sowie vorausschauende Instandhaltung (Predictive Maintenance), was Betriebsrisiken und Lebenszykluskosten senkt. In der Praxis ist die frühzeitige Definition der für das FM benötigten TGA'Daten (z. B. über MVDs, CAFM-Profile oder COBie) entscheidend, damit diese Informationen aus den Fachmodellen konsistent in das FM-Modell übernommen und dort dauerhaft gepflegt werden können.

Praxisbeispiel

In einem Krankenhausprojekt werden alle Lüftungsgeräte, Klimazentralen, Notstromaggregate und MSR-Komponenten im BIM-Modell mit eindeutigen IDs, technischen Kennwerten, Wartungsintervallen und Verknüpfungen zu Handbüchern erfasst. Bei der Übergabe an den Betreiber wird dieses Modell in das CAFM-System importiert. Der Facility Manager plant darauf basierend die Wartungszyklen, erhält automatische Servicemeldungen bei Störungen und kann über das Modell jederzeit den Standort und Zustand der betreffenden Anlagenteile nachvollziehen.

Synonyme / verwandte Begriffe

Facility Management, Betriebstechnik, Asset Management, CAFM, CMMS, Instandhaltungsmanagement


Heizung, Lüftung, Sanitär und Klima (HLSK)

Heizung, Lüftung, Sanitär und Klima (HLSK) bezeichnet die Branche der gebäudetechnischen Gewerke, die Anlagen für Wärme, Kälte, Luft, Wasser und Abwasser planen, errichten, betreiben und instand halten. Zur HLSK-Branche zählen Planungsbüros, ausführende Fachbetriebe, Hersteller, Systemanbieter sowie Service- und Betreiberorganisationen. Sie liefert wesentliche Beiträge für Komfort, Hygiene, Energieeffizienz und Betriebssicherheit von Gebäuden.

Im BIM-Kontext arbeitet die HLSK-Branche mit TGA-Fachmodellen, koordiniert Schnittstellen zu Architektur, Tragwerk und Elektrotechnik und übergibt strukturierte Anlagendaten für Ausführung und Betrieb. HLSK-Unternehmen nutzen Modelle für Kollisionsprüfung, Auslegung, Vorfertigung und Dokumentation und stellen Informationen z. B. über IFC/BCF oder im CDE bereit.

Typische Inhalte / Aufgaben

  • Anlagenkonzepte und Auslegung (Heiz- und Kühllast, Luftmengen, Druckverluste)
  • Erstellung und Pflege von HLSK-Fachmodellen inkl. Bauteilparametern
  • Koordination von Leitungs- und Kanaltrassen mit Architektur und Tragwerk
  • Modellbasierte Mengen- und Stücklistenermittlung für Kalkulation und Beschaffung
  • Prefab-/Spool-Planung für Montage und Baustellenlogistik
  • Inbetriebnahme, Abnahme- und Revisionsdokumentation für den Betrieb

Praxisbeispiel

Ein HLSK-Fachbetrieb übernimmt die Ausführung eines Bürogebäudes. Aus dem abgestimmten TGA-Modell werden Montagepläne, Stücklisten und Prefab-Spools abgeleitet. Auf der Baustelle werden die Kanäle und Leitungen koordinationssicher eingebaut; die finalen Revisionsdaten werden anschließend für das Facility Management als strukturierte Anlagenstammdaten übergeben.

Synonyme / verwandte Begriffe

HLK, HLS, TGA, Gebäudetechnik, Haustechnik


Ingenieurbüros

Ingenieurbüros sind Fachplaner für Tragwerksplanung, Technische Gebäudeausrüstung oder Spezialgewerke, die technische Auslegung und Nachweise direkt im BIM-Modell abbilden.

Sie arbeiten parallel zu Architektur und Bauunternehmen, liefern Berechnungen, Dimensionierungen und Ausführungsdetails und koordinieren ihre Fachmodelle über IFC/BCF im CDE. Modellbasierte Lastannahmen, Leitungsführungen und Kollisionen werden früh geprüft, damit Planung und Ausführung konsistent bleiben. Typische Nutzer sind Fachingenieurinnen, BIM-Koordinatorinnen und Prüfstellen.

Laut Destatis gab es 2021 im Wirtschaftszweig WZ 71.12 (Ingenieurbürodienstleistungen) 77.498 Unternehmen in Deutschland.1

Typische Inhalte / Aufgaben

  • Fachmodelle (Tragwerk, HLS/ELT) mit belastbaren Attributen aufbauen
  • Nachweise und Berechnungsberichte mit Modellständen verknüpfen
  • Kollisions- und Baubarkeitsprüfungen zwischen Gewerken durchführen
  • LOD/LOI-Anforderungen mit AIA/BAP abstimmen
  • Schnittstellen zu Berechnungstools und Simulationen einrichten (z. B. Statik, Energie)
  • Ausführungsdetails, Schemen und Stücklisten modellbasiert ableiten

Praxisbeispiel

Im Bürohochhausprojekt liefert das Tragwerksbüro ein IFC-Modell, übernimmt Lasten aus dem Architekturmodell, prüft Kollisionen mit der TGA und stellt bewehrte Deckenpläne für die Ausführung bereit.

Synonyme / verwandte Begriffe

Tragwerksplaner, Structural Engineer, Fachplanungsbüro

Footnotes

  1. Statistisches Bundesamt (Destatis), Brancheninformationen: Architektur- und Ingenieurbürodienstleistungen (WZ 71.1), Datenstand 2021, https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Erzeugerpreisindex-Dienstleistungen/Methoden/brancheninformationen.html, Abrufdatum 2026-01-29

Öffentliche Hand / Kommunen

Öffentliche Auftraggeber wie Kommunen, Länder oder Bundesstellen setzen BIM-Anforderungen, vergeben Projekte und fordern strukturierte Daten für Bau- und Betriebsphasen ihrer Immobilien und Infrastruktur.

Sie agieren als Besteller, Betreiber oder Bauherrenvertretung. In Ausschreibungen formulieren sie AIA, Vergabekriterien und CDE-Rahmenbedingungen und übernehmen Modelle in CAFM-/DMS-Umgebungen. In der Betriebsphase nutzen sie Bestandsdaten für Instandhaltung, Budgetierung und Transparenz gegenüber Gremien.

Typische Inhalte / Aufgaben

  • BIM-Strategien, Richtlinien und AIA/BAP-Vorgaben für Vergaben erstellen
  • CDE, Datenhoheit, Rollen und Freigabeprozesse festlegen
  • Vergabeunterlagen mit modellbasierten Prüf- und Lieferkriterien definieren
  • Qualitätsprüfungen, Audits und Meilenstein-Freigaben steuern
  • Betriebsdaten (z. B. COBie) für CAFM/DMS übernehmen und pflegen
  • Schulungen und Change-Management für interne Nutzer organisieren

Praxisbeispiel

Eine Stadt schreibt den Neubau einer Schule aus, verlangt AIA und BAP, stellt ein CDE bereit, prüft IFC-Lieferungen an Meilensteinen und importiert den COBie-Datensatz in ihr CAFM.

Synonyme / verwandte Begriffe

Öffentlicher Auftraggeber, Vergabestelle, Kommunaler Bauherr


Projektsteuerung (PM)

Projektsteuerung im BIM-Kontext bezeichnet Dienstleistungen, die Termine, Kosten, Qualität, Risiken und Kommunikation modellgestützt planen und steuern.

Projektsteuerer arbeiten auf Bauherrenseite oder als externe PMO, verknüpfen BIM-Modelle mit Termin- (4D) und Kosteninformationen (5D) und sorgen für nachvollziehbare Entscheidungen. Sie moderieren Planungs- und Bau-Reviews, steuern Freigaben im CDE und liefern konsistente Berichte über den Projektstatus.

Typische Inhalte / Aufgaben

  • Projektziele, Governance und Berichtswesen im Einklang mit AIA/BAP definieren
  • Terminplanung und Meilensteine mit Modellständen koppeln (4D)
  • Kostenplanung und Budgettracking aus modellbasierten Mengen ableiten (5D)
  • Risiken, Änderungen und Issues strukturiert erfassen und nachverfolgen
  • Freigaben, Protokolle und Entscheidungen im CDE dokumentieren
  • KPI-Dashboards und Statusreports aus CDE-/BCF-Daten erstellen

Praxisbeispiel

Im Klinikprojekt synchronisiert die Projektsteuerung wöchentlich IFC-Modelle mit dem Terminplan, erstellt ein 4D-Dashboard für den Bauherrn und dokumentiert Änderungen samt Kostenwirkung im CDE.

Synonyme / verwandte Begriffe

Projektmanagement, PMO, Bauherrenvertretung, Bauprojektsteuerung, BIM-Controlling


TGA-Planer

TGA-Planer sind Fachingenieur*innen für Heizung, Kühlung, Luft, Sanitär, Elektro und MSR, die gebäudetechnische Anlagen modellbasiert auslegen und koordinieren. Sie arbeiten eng mit HLSK-Fachbetrieben, Herstellern und Betreibern zusammen, die als Branche die Ausführung, Montage und den Betrieb dieser Anlagen verantworten.

Im BIM-Kontext koordinieren TGA-Planer die Schnittstellen zu Architektur, Tragwerk und Elektrotechnik, stimmen Leitungsführungen, Anlagenpositionen und Aufstellflächen ab und verknüpfen Berechnungen zu Lasten, Luftmengen oder Energie mit Modellattributen. Ergebnisse fließen über IFC/BCF ins CDE und bilden die Grundlage für Ausführung, Montage und späteren Betrieb, inklusive Wartungsinformationen.

Die HLSK-Branche umfasst Planungsbüros, ausführende Fachbetriebe, Hersteller, Systemanbieter sowie Service- und Betreiberorganisationen. Sie liefert wesentliche Beiträge für Komfort, Hygiene, Energieeffizienz und Betriebssicherheit von Gebäuden und nutzt BIM-Daten für Auslegung, Vorfertigung, Dokumentation und Betrieb.

Typische Inhalte / Aufgaben

  • HLS/ELT-Fachmodelle gemäß AIA/BAP erstellen, pflegen und mit Bauteilparametern anreichern
  • Anlagenkonzepte und Auslegung (Heiz- und Kühllast, Luftmengen, Druckverluste) dokumentieren
  • Kollisions- und Baubarkeitsprüfungen mit Architektur und Tragwerk durchführen
  • Schemen, Aufstellpläne, Stücklisten und Beschriftungen modellbasiert ableiten
  • Schnittstellen zu Berechnungstools und Prefab/Spool-Fertigung einrichten
  • Betreiberanforderungen und COBie-relevante Daten hinterlegen
  • Inbetriebnahme, Abnahme- und Revisionsdokumentation für den Betrieb erstellen

Praxisbeispiel

Im Laborbauprojekt erstellt das TGA-Büro zonenbasierte Luftmengen, dimensioniert Kanäle im Modell, klärt Kollisionen per BCF und liefert Spool-Daten an den Installateur. Der HLSK-Fachbetrieb setzt die Montage auf Basis der abgestimmten Modelle um und übergibt Revisionsdaten für den Betrieb.

Synonyme / verwandte Begriffe

Gebäudetechnik-Planer, HLSK-Planer, ELT-Planer, Haustechnikplaner, HLK, HLS, HVAC, TGA


Vermessungsbüros

Vermessungsbüros erfassen Baugrund, Bestandsgebäude und Baufortschritt mit Geodaten, Punktwolken und Absteckungen und sichern damit die räumliche Grundlage für BIM-Modelle.

Sie arbeiten vor Planungsstart mit Drohnen, Laserscannern oder Tachymetern, erzeugen Georeferenzierung und Höhenmodelle und übergeben Punktwolken oder Meshes an Planung und Bau. In der Ausführung stecken sie Achsen und Bauteile ab, dokumentieren Baufortschritt und prüfen Soll-Ist-Abweichungen. Die Daten laufen über definierte Koordinatensysteme in das CDE.

Typische Inhalte / Aufgaben

  • Punktwolken, Orthofotos und digitale Geländemodelle (DGM) erfassen und aufbereiten
  • Georeferenzierung und Projektkoordinatensysteme festlegen und dokumentieren
  • Bestandsmodelle oder Referenzflächen aus Scan-Daten ableiten
  • Absteckung und baubegleitende Messungen inkl. Toleranzprüfung durchführen
  • Soll-Ist-Vergleiche und Deformationsanalysen modellbasiert bereitstellen
  • Datenübergaben in offenen Formaten (z. B. E57, LAS, IFC-Site) steuern

Praxisbeispiel

Vor dem Umbau eines Verwaltungsbaus erstellt das Vermessungsbüro eine georeferenzierte Punktwolke, die als Referenzmodell dient; während der Rohbauphase werden Achsen abgesteckt und Abweichungen als BCF-Issues gemeldet.

Synonyme / verwandte Begriffe

Geodäsie, Vermesser, Geomatics, Bestandsvermessung, Bauvermessung, Vermessungsingenieur

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