Glossar

Dimensionen

2,5D

2,5D beschreibt eine Darstellung, die auf 2D-Geometrie basiert, jedoch ergänzende Höhen- oder Tiefeninformationen enthält. Die Objekte sind nicht vollständig räumlich modelliert, sondern besitzen eine reduzierte räumliche Tiefe.

In BIM wird 2,5D häufig bei Gelände- oder Bestandsdaten verwendet, beispielsweise bei Höhenmodellen oder Rasterflächen. Es ermöglicht eine vereinfachte räumliche Analyse, ohne den Aufwand einer vollständigen 3D-Modellierung.


2D

2D bezeichnet eine zweidimensionale Darstellung von Bauwerken oder Bauteilen. Sie enthält Länge und Breite, jedoch keine Tiefe, und wird in Plänen, Schnitten und Ansichten verwendet.

Im BIM-Kontext dient 2D vor allem zur Ableitung klassischer Planunterlagen aus 3D-Modellen. Typische Anwendungen sind Genehmigungsplne, Ausfhrungsplne und die Kommunikation mit Beteiligten, die primr mit 2D-Dokumenten arbeiten.


3D

3D bezeichnet eine dreidimensionale Darstellung von Bauwerken oder Bauteilen mit Länge, Breite und Tiefe. Sie bildet die räumliche Geometrie und Beziehungen von Objekten realitätsnah ab.

Im BIM ist 3D die Grundlage des Bauwerksmodells. Es ermöglicht Kollisionsprüfungen, Visualisierungen und die Verknüpfung mit weiteren Informationen wie Zeit oder Kosten. 3D-Modelle bilden damit die Basis für viele BIM-gestützte Prozesse.


4D

4D bezeichnet die Erweiterung eines 3D-BIM-Modells um die Zeitdimension. Bauteile und Vorgänge werden mit Termin- und Ablaufinformationen verknüpft, sodass der Bauablauf entlang einer Zeitachse simuliert und visualisiert werden kann.

Im BIM-Kontext ermöglicht 4D die Planung, Prüfung und Kommunikation von Bauphasen. Die Verknüpfung von Modellteilen mit Vorgängen macht Abhängigkeiten, kritische Reihenfolgen und zeitliche Konflikte sichtbar und unterstützt Terminoptimierung, Logistikplanung sowie Fortschrittskontrolle in Planung und Ausführung.


5D

5D bezeichnet die Erweiterung des 3D-BIM-Modells um Zeit- und Kosteninformationen. Mengen, Einheitspreise und Termine werden am Modell verknüpft, sodass Kosten- und Terminverläufe über den Projektzeitraum simuliert und bei Änderungen automatisch aktualisiert werden.

Im BIM-Kontext unterstützt 5D die modellbasierte Kostenplanung und -steuerung. Es ermöglicht Variantenvergleiche, Budgettransparenz und laufende Kostenkontrolle, indem Modellbauteile mit Kostenkennwerten und Terminplänen gekoppelt werden; Voraussetzung ist ein konsistentes Modell sowie die Anbindung an AVA-, Kalkulations- und Terminplanungssoftware.


6D

6D im BIM-Kontext bezeichnet die Erweiterung des 3D-Modells um zusätzliche, nicht-geometrische Informations­ebenen, die über Zeit (4D) und Kosten (5D) hinausgehen und typischerweise Nachhaltigkeit, Effizienz- und/oder Lebenszyklusaspekte eines Bauwerks abbilden. Je nach Quelle werden unter 6D entweder vor allem Umwelt- und Nachhaltigkeitskennwerte (z.B. CO₂‑Bilanz, Energieeffizienz) oder allgemein Betriebs‑ und Lebenszyklusinformationen verstanden; eine international einheitliche Definition existiert nicht.

In deutschsprachigen BIM-Publikationen wird 6D häufig als „Nachhaltigkeit und Effizienz“ oder „Nachhaltigkeit und Lebenszyklusanalyse“ beschrieben, also die Anreicherung des Modells mit Energie‑, Ökobilanz‑ und weiteren Umweltkennzahlen, teilweise verknüpft mit entsprechenden Datenbanken (z.B. Ökobaudat). (bimdeutschland.de) Andere Quellen definieren 6D dagegen als Lebenszyklus‑ bzw. Betriebsinformationen, während Nachhaltigkeit als eigener Aspekt oder unter einer anderen „D“-Nummer geführt wird. (einszueins-digital.de) In der Praxis ist deshalb wichtig, projektbezogen klar zu vereinbaren, welche Informationsarten konkret unter „6D“ zu verstehen sind, statt sich allein auf die Dimensionsbezeichnung zu verlassen. (thenbs.com)

6D‑Informationen kommen vor allem in der Entwurfs- und Ausführungsplanung zum Einsatz, wenn Varianten hinsichtlich Energiebedarf, Materialwahl, CO₂‑Fußabdruck oder späterer Betriebs‑ und Wartungskosten verglichen werden, und wirken in den Betrieb hinein. Typische Anwendungen sind die Ergänzung des BIM‑Modells um Energie- und Ökobilanzdaten, Lebenszykluskosten, Wartungsintervalle oder Recyclingfähigkeit von Bauteilen. (bimdeutschland.de)

Praxisbeispiel

Bei der Planung eines Bürogebäudes wird das 5D‑Kostenmodell um 6D‑Nachhaltigkeitsdaten erweitert: Für alternative Fassadenaufbauten werden automatisch CO₂‑Bilanz, Primärenergiebedarf und zu erwartende Betriebskosten über 50 Jahre berechnet. Auf Basis dieser 6D‑Auswertungen entscheidet der Auftraggeber sich für eine Variante mit höherer Anfangsinvestition, aber signifikant geringeren Emissionen und Lebenszykluskosten.


7D

7D im BIM-Kontext bezeichnet die Erweiterung des 3D‑Gebäudemodells um eine siebte Dimension, die alle Informationen für Betrieb, Wartung, Instandhaltung und strategisches Facility Management über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks umfasst. 7D-BIM dient damit als digitale Grundlage, um FM-relevante Daten – etwa technische Spezifikationen, Garantie- und Wartungsinformationen sowie verknüpfte Dokumente – strukturiert im Modell abzubilden und für die Bewirtschaftung nutzbar zu machen.

In der BIM-Dimensionen-Logik folgt 7D auf 4D (Zeit), 5D (Kosten) und 6D (Nachhaltigkeit/Energie) und steht für die Bewirtschaftungs- bzw. Betriebsaspekte eines Assets.(bimdeutschland.de) 7D-BIM verknüpft hierfür alphanumerische Informationen zu Bauteilen (z.B. Hersteller, Produkttyp, Gewährleistungsfrist) und Dokumente wie Wartungsanleitungen oder Prüfzeugnisse mit den jeweiligen Objekten im Modell und überführt sie in CAFM-/CAFM‑nahe Systeme oder digitale Zwillinge.(bim.fm-connect.com)

Anwendungsseitig ist 7D vor allem in der Übergabe von der Errichtungs‑ zur Betriebsphase sowie im laufenden Gebäudebetrieb verortet. Bereits in Planung und Bauphase definierte Informationsanforderungen stellen sicher, dass das As‑Built‑Modell als „digitales Gedächtnis“ des Gebäudes genutzt werden kann und alle FM‑relevanten Daten zentral und aktuell vorliegen.(bim.fm-connect.com) Typische Use Cases sind Instandhaltungsplanung (z.B. Wartungszyklen, Inspektionsdaten), Ersatzteil- und Asset-Management, Betriebskostenoptimierung und Unterstützung von Betreiberpflichten und Compliance.(biblus.accasoftware.com) Durch die Nutzung von 7D-BIM können Facility-Manager Betriebs- und Unterhaltskosten transparenter steuern und Szenarien für Lebenszyklusmaßnahmen (Sanierung, Austausch, Modernisierung) datenbasiert bewerten.(biblus.accasoftware.com)

Praxisbeispiel

Ein Krankenhausbetreiber lässt im Rahmen eines Neubaus FM-Anforderungen (z.B. Wartungsvorgaben für Lüftungsgeräte, Herstellerdaten, Garantielaufzeiten, Ersatzteilnummern) als 7D-Informationen in das BIM-Modell integrieren. Nach Inbetriebnahme synchronisiert das Modell sich mit dem CAFM-System: Für jedes Gerät sind Wartungspläne, Prüfnachweise und Bedienungsanleitungen direkt am Modellobjekt hinterlegt. Der Facility Manager generiert aus dem 7D-Modell automatisch Wartungsaufträge, dokumentiert erledigte Arbeiten zurück ins System und kann bei Störungen schnell auf vollständige Anlageninformationen zugreifen, was Ausfallzeiten und Instandhaltungskosten reduziert.


BIM-Dimensionen

BIM-Dimensionen bezeichnen standardisierte Erweiterungsstufen eines digitalen Bauwerksmodells, mit denen über die rein geometrische 3D-Abbildung hinaus zusätzliche Informationen wie Zeit, Kosten oder Betrieb strukturiert abgebildet und ausgewertet werden können.

In der Praxis dienen BIM-Dimensionen dazu, den Informationsgehalt eines Modells systematisch zu klassifizieren und verständlich zu machen. Ausgangspunkt ist üblicherweise die 3D-Geometrie (räumliche Modellierung). Darauf aufbauend werden weitere Dimensionen ergänzt, zum Beispiel terminliche Informationen zur Bauablaufplanung oder wirtschaftliche Daten zur Kostensteuerung. So lässt sich gezielt steuern, welche Fachmodelle und Daten in welcher Projektphase benötigt und gepflegt werden.

BIM-Dimensionen treten in unterschiedlichen Projektphasen auf, von der frühen Planung bis in den Betrieb. In frühen Leistungsphasen steht die 3D-Modellierung im Vordergrund, während in Ausschreibung und Ausführung verstärkt termin- und kostenbezogene Dimensionen hinzukommen. Im Betrieb können zusätzliche Dimensionen etwa für Instandhaltung oder Nachhaltigkeitsbewertungen genutzt werden. Typische Anwendungen reichen von der Bauzeiten- und Kostenplanung über die Simulation von Bauabläufen bis hin zur Unterstützung des Facility Managements.

Je nach Projekt und Auftraggeber werden die konkret zu verwendenden BIM-Dimensionen und der erforderliche Informationsgehalt vertraglich festgelegt. Dadurch wird transparent, welche Informationen in welcher Detailtiefe im Modell bereitgestellt werden müssen und wie diese im Projektverlauf genutzt werden.

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