Glossar

Grundbegriffe

Big BIM / Little BIM

Big BIM bezeichnet die umfassende, unternehmensweite Anwendung der BIM-Methode über alle Projekte, Phasen und Fachdisziplinen hinweg. Little BIM hingegen beschreibt den begrenzten Einsatz von BIM nur in einzelnen Projekten, Abteilungen oder für spezielle Aufgaben.

Im BIM-Kontext steht Big BIM für eine strategische Transformation mit standardisierten Prozessen, Rollen und Datenflüssen. Little BIM ist meist ein Einstiegsszenario, bei dem Organisationen Erfahrungen sammeln oder einzelne Mehrwerte testen, bevor sie BIM breiter ausrollen.


BIM (Building Information Modeling)

BIM (Building Information Modeling) bezeichnet eine kooperative, modellbasierte Arbeitsmethodik im Bauwesen, bei der alle relevanten Bauwerksinformationen digital erstellt, koordiniert, geprüft und über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg genutzt und fortgeschrieben werden.

Im BIM-Kontext dient diese Methodik als Grundlagenprinzip für Planung, Ausführung und Betrieb von Bauwerken. BIM kommt in allen Leistungsphasen zum Einsatz - von der frühen Bedarfsplanung und Konzeptphase über Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung bis hin zu Bauausführung, Inbetriebnahme, Nutzung, Instandhaltung und Rückbau. Zentrales Element ist dabei ein oder mehrere digitale Bauwerksmodelle, in denen geometrische Daten (z. B. Bauteilgeometrien) mit alphanumerischen Informationen (z. B. Kosten, Termine, Materialien, Leistungsdaten) verknüpft werden.

Typische Anwendungsfälle von BIM sind die 3D-Fachmodellierung (Architektur, Tragwerk, TGA), die modellbasierte Kollisionsprüfung, Mengen- und Kostenermittlungen, Bauablaufsimulation (4D), modellbasierte Ausschreibung und Vergabe sowie die Bereitstellung strukturierter Daten für das Facility Management (6D). BIM setzt auf klare Rollen, definierte Austauschprozesse und standardisierte Datenformate, um eine integrierte, interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten zu ermöglichen und die Entscheidungsqualität in allen Projektphasen zu erhöhen.

Praxisbeispiel

Planung eines Bürogebäudes, bei der Architektur-, Tragwerks- und TGA-Fachmodelle in einer gemeinsamen Datenumgebung koordiniert, Clash-Prüfungen durchgeführt und auf Basis des Modells terminliche (4D) und kostenseitige (5D) Auswertungen erstellt werden.


BIM Anforderungen

BIM Anforderungen sind die festgelegten Erwartungen an Inhalte, Qualität und Struktur von BIM-Informationen und -Prozessen. Sie definieren, welche Modelle, Daten und Abläufe in einem Projekt benötigt werden.

Im BIM-Prozess werden Anforderungen typischerweise vom Auftraggeber formuliert und in Dokumenten wie AIA oder BAP konkretisiert. Sie steuern den Informationsumfang, die Lieferzeitpunkte und die Verantwortlichkeiten, damit alle Beteiligten konsistent arbeiten.


BIM Ziel

Ein BIM Ziel beschreibt den konkreten Nutzen, der durch den Einsatz der BIM-Methode erreicht werden soll. Es legt fest, wofür Modelle und Daten eingesetzt werden, zum Beispiel für bessere Koordination oder Kostenkontrolle.

In BIM-Projekten dienen Ziele als Leitlinie für die Auswahl der Anwendungsfälle, den Modellierungsgrad und die Prozessgestaltung. Klare Ziele helfen, den Aufwand zu fokussieren und die Projektbeteiligten auf gemeinsame Ergebnisse auszurichten.


Building Information Management

Building Information Management (BIM) bezeichnet das managementorientierte Verständnis von BIM als organisations- und prozessorientierten Ansatz zur strukturierten Erfassung, Organisation, Qualitätssicherung und Verteilung von Bauwerksinformationen über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg. Im Unterschied zum „Building Information Model“ (dem digitalen Bauwerksmodell) und zum „Building Information Modeling“ (dem Modellierungs- und Erstellungsprozess) fokussiert Building Information Management auf Methoden, Verantwortlichkeiten, Regeln und Werkzeuge für den effizienten Umgang mit diesen Informationen.

In der BIM-Praxis erscheint der Begriff Building Information Management vor allem im Kontext des Informationsmanagements in Projekthandbüchern, AIA/BAP, Daten- und CDE-Strategien sowie in Normen und Leitfäden (z. B. NBIMS-US oder ISO-/DIN-Reihen zu informationsbasierten Prozessen). Er betrifft alle Leistungsphasen: von der Bedarfsplanung und Konzeption über Planung, Ausschreibung und Ausführung bis hin zu Betrieb, Instandhaltung und Rückbau. Typische Anwendungen sind die Definition von Informationsanforderungen, die Steuerung der Informationslieferungen der Projektbeteiligten, das Qualitätsmanagement von Modellen und Daten sowie die Sicherstellung eines durchgängigen, kollaborativen Datenaustauschs. Praktisch zeigt sich Building Information Management etwa in der Einrichtung und Pflege einer gemeinsamen Datenumgebung (CDE), der Festlegung von Freigabe- und Prüfprozessen für Modelle und Dokumente sowie im Betrieb in Form strukturierter, modellbasierter Wartungs- und Asset-Management-Prozesse.

Praxisbeispiel

Ein öffentlicher Bauherr definiert in seinen Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA), welche Informationen zu welchen Projektmeilensteinen in welchem Datenformat im CDE bereitzustellen sind. Das BIM-Management koordiniert daraufhin Rollen, Modellierungsrichtlinien, Prüfprozesse und Übergaben an das CAFM-System des Betreibers. Das ist ein typischer Anwendungsfall von Building Information Management.


CAD (Computer Aided Design)

CAD (Computer-Aided Design) bezeichnet die digitale Erstellung, Bearbeitung und Verwaltung von technischen Zeichnungen und Modellen. CAD ist die Grundlage vieler Planungsprozesse und bildet die geometrische Basis für BIM-Modelle.

Im BIM-Kontext wird CAD häufig zur Erstellung von Fachmodellen oder zur Ableitung von 2D-Zeichnungen verwendet. CAD-Daten können in BIM-Prozesse integriert werden, um die Modellqualität und den Informationsgehalt zu erhöhen.


Closed BIM

Closed BIM bezeichnet eine BIM-Umsetzung, die auf proprietären Formaten und einer durchgängigen Softwarekette basiert. Der Datenaustausch erfolgt innerhalb eines geschlossenen Systems, wodurch Konsistenz und Funktionsumfang oft besonders hoch sind.

Im BIM-Kontext wird Closed BIM eingesetzt, wenn alle Beteiligten mit demselben System arbeiten oder wenn spezifische Funktionen eines Herstellers benötigt werden. Der Ansatz kann die Zusammenarbeit vereinfachen, schränkt jedoch die Interoperabilität mit externen Systemen ein.


Digitalisierungsgrad

Der Digitalisierungsgrad beschreibt, wie weit Prozesse, Daten und Werkzeuge in einer Organisation oder einem Projekt digitalisiert sind. Er gibt an, ob Informationen analog, teil-digital oder voll digital bereitgestellt und genutzt werden.

Im BIM-Kontext beeinflusst der Digitalisierungsgrad, wie effektiv Modellinformationen erzeugt, ausgetauscht und ausgewertet werden können. Ein hoher Digitalisierungsgrad ermöglicht durchgängige Workflows, während niedrige Reifegrade zu Medienbrüchen und Doppelarbeit führen.


Fertigteile (Prefab)

Fertigteile (Prefab) sind vorgefertigte Bauteile, die industriell in standardisierten oder projektbezogen geplanten Formen produziert und anschließend auf der Baustelle montiert werden. Typische Beispiele sind Beton-Fertigteile (Wände, Decken, Stützen), Holz- oder Stahlmodule sowie komplette Raum- oder Fassadenelemente. Ziel ist eine höhere Ausführungsqualität, Wiederholgenauigkeit und Baugeschwindigkeit durch Verlagerung von Wertschöpfung aus der Baustelle in die Fabrik.

Im BIM-Kontext werden Fertigteile als parametrische Bauteilobjekte im Fach- oder Koordinationsmodell abgebildet. Sie enthalten neben der Geometrie (z.B. Öffnungen, Bewehrungsraum, Einbauteile) auch alphanumerische Informationen wie Material, Hersteller, Typenbezeichnung, Lastannahmen, Montagegewicht, Brand- und Schallschutzklassen oder Wartungshinweise. Damit unterstützen sie über den Lebenszyklus hinweg verschiedene BIM-Anwendungsfälle wie modellbasierte Mengenermittlung, präzise Kosten- und Terminplanung (4D/5D BIM), Fertigungsdatengenerierung und Montageplanung. (baunetzwissen.de)

Besonders relevant ist der Einsatz von Fertigteilen in den Leistungsphasen Entwurf, Ausführungsplanung und Vorbereitung der Vergabe, wenn Konstruktionssysteme festgelegt und Fertigteillieferanten eingebunden werden. In der Ausführung dienen die BIM-Modelle als Grundlage für Schalungs- und Bewehrungsplanung, Stücklisten sowie Logistik- und Hebepläne. Im Betrieb ermöglichen die im Modell hinterlegten Fertigteilinformationen ein gezieltes Instandhaltungs- und Gewährleistungsmanagement, beispielsweise durch Verknüpfung von Bauteilen mit Wartungsintervallen und Herstellerdokumentation. (vdi.de)

Praxisbeispiel

Ein Fertigteilwerk erhält ein IFC-Modell mit den geplanten Beton-Fertigteilen aus dem Tragwerksmodell. Auf Basis der im Objekt hinterlegten Parameter (Abmessungen, Betongüte, Expositionsklasse, Einbauteile) erzeugt das Werk automatisiert Fertigungszeichnungen, Bewehrungspläne und Stücklisten. Die fertigen Elemente werden termingenau zur Baustelle geliefert; dort nutzt die Bauleitung das Koordinationsmodell für die Montageabfolge, Kranplanung und Qualitätskontrolle. Änderungen (z.B. zusätzliche Öffnung) werden im BIM-Modell parametrisch angepasst und in einer neuen Fertigungsserie berücksichtigt, ohne alle Zeichnungen manuell neu zu erstellen.


Informationsgrad

Der Informationsgrad bezeichnet den Detaillierungs- und Vollständigkeitsgrad des alphanumerischen Inhalts einzelner Bauteile bzw. Objekte in einem BIM-Modell. Er beschreibt, wie weit die beschreibenden Informationen (z. B. technische Kenndaten, Kosten-, Termin- oder Nutzungsinformationen) zu einem Objekt ausgeprägt, geprüft und für die jeweilige Zweckbestimmung nutzbar sind.

Im BIM-Kontext wird der Informationsgrad verwendet, um die Qualität und Reife der nichtgeometrischen (alphanumerischen) Informationen entlang des Projektverlaufs zu steuern und zu kontrollieren. Er ist insbesondere relevant bei der Definition von Informationsanforderungen (z. B. Auftraggeber-Informationsanforderungen) und bei der Überprüfung, ob Modelle in bestimmten Projektphasen ausreichend informativ sind, um Entscheidungen zu treffen oder Auswertungen durchzuführen (z. B. Kostenberechnung, Ausschreibung, Betrieb). Der Informationsgrad spielt in allen Leistungsphasen eine Rolle, gewinnt aber mit Fortschreiten des Projekts an Bedeutung, wenn vom groben Richtwert hin zu konkret verifizierten Produkt- und Betriebsdaten übergegangen wird. Typische Anwendungen sind die Abstimmung, welche Parameter zu welchem Zeitpunkt vorliegen müssen, und die Dokumentation, in welchem Reifezustand sich die Informationen der einzelnen Bauteile befinden.


Interoperabilität

Interoperabilität bezeichnet die Fähigkeit verschiedener Systeme, Softwarelösungen und Fachmodelle, Informationen ohne Verluste auszutauschen und zu verstehen. Sie ist eine zentrale Voraussetzung für kooperative BIM-Prozesse.

In BIM-Projekten wird Interoperabilität vor allem durch offene Standards und klar definierte Informationsanforderungen erreicht. Sie sorgt dafür, dass Modelle zwischen Disziplinen konsistent bleiben und in unterschiedlichen Tools weiterverarbeitet werden können.


Lebenszyklus

Der Lebenszyklus eines Bauwerks umfasst alle Phasen von der Planung über die Ausführung und Nutzung bis zur Rückbau- oder Umnutzungsphase. Er beschreibt damit den gesamten Zeitraum, in dem ein Bauwerk entsteht, betrieben und schließlich außer Betrieb genommen wird.

Im BIM-Kontext ist der Lebenszyklus zentral, weil Informationen über alle Phasen hinweg strukturiert verfügbar sein sollen. So können Entscheidungen in frühen Phasen die Kosten und Qualität in späteren Nutzungs- und Betriebsphasen gezielt beeinflussen.


Lebenszykluskosten (LCC)

Lebenszykluskosten (Life Cycle Costs, LCC) bezeichnen die Summe aller Kosten, die durch ein Bauwerk, ein bauliches System oder ein technisches Produkt über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg verursacht werden. Dazu zählen neben den einmaligen Investitions- und Herstellungskosten insbesondere die laufenden Betriebs-, Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten sowie Kosten für Modernisierung, Rückbau und Entsorgung; gegebenenfalls werden auch Restwerte am Ende der Nutzung berücksichtigt. Ziel der Lebenszykluskostenbetrachtung ist es, wirtschaftliche Entscheidungen nicht nur auf den Anfangsinvestitionen, sondern auf den langfristigen Gesamtaufwendungen zu basieren und damit nachhaltige, kostenoptimierte Lösungen zu wählen. (kvp.de)

Im BIM-Kontext werden Lebenszykluskosten typischerweise phasenübergreifend von der strategischen Planung über Entwurf, Ausführung und Nutzung bis hin zum Rückbau betrachtet. LCC-Analysen sind ein Kernelement des nachhaltigen Bauens und fließen unter anderem in Green-Building-Zertifizierungen wie DGNB ein, in denen die „Kosten des Gebäudes im Lebenszyklus“ explizit bewertet werden. (libertygroup.ba)

Praktisch erfolgt die LCC-Betrachtung auf Basis strukturierter Kostengliederungen (z.B. nach DIN 276 oder eBKP-H) und standardisierter Leitfäden und Werkzeuge, etwa des LCC-Leitfadens und zugehöriger Kalkulationswerkzeuge im Hochbau. Diese unterstützen die Ermittlung, Prüfung und den Vergleich von Varianten - zum Beispiel unterschiedliche Fassaden- oder Haustechniksysteme - über definierte Betrachtungszeiträume von häufig 30 bis 50 Jahren. (crb.ch)

In BIM-Projekten werden relevante Kostenkennwerte objektspezifisch an Bauteile (z.B. Wände, Fenster, technische Anlagen) im digitalen Modell angehängt und mit Nutzungsdauern, Wartungsintervallen und Energieverbräuchen verknüpft. So können bereits in frühen Leistungsphasen Varianten automatisiert hinsichtlich ihrer Lebenszykluskosten verglichen werden, um etwa zwischen einem höheren Dämmstandard mit geringeren Betriebskosten und einer günstigeren, aber energieintensiveren Ausführung abzuwägen. (crb.ch)

Praxisbeispiel

In einem BIM-Projekt für ein Bürogebäude werden für mehrere Fassadenvarianten (Standard-Verglasung, Dreifachverglasung, vorgehängte hinterlüftete Fassade) im Modell Investitionskosten, erwartete Energieverbräuche, Wartungszyklen und Rückbaukosten hinterlegt. Auf Basis dieser Daten wird eine LCC-Analyse über 50 Jahre durchgeführt. Obwohl die Dreifachverglasung höhere Herstellungskosten verursacht, zeigt die Auswertung deutlich niedrigere Energie- und Instandhaltungskosten, sodass ihre Lebenszykluskosten insgesamt geringer sind. Die Bauherrschaft entscheidet sich daher für diese Variante, um langfristig wirtschaftlicher und nachhaltiger zu bauen. (libertygroup.ba)


Level of Detail (LOD)

Der Level of Detail (LoD) beschreibt den Detaillierungsgrad der geometrischen, also grafischen, Ausprägung eines BIM-Modells oder einzelner Bauteile und legt fest, wie präzise Form, Größe und Ausgestaltung eines Objekts im Modell dargestellt werden. Er definiert damit ausschließlich die Tiefe und Genauigkeit der visuellen Modellierung, nicht jedoch den Umfang der zugehörigen alphanumerischen Informationen.

Im BIM-Kontext wird der Level of Detail genutzt, um je nach Projektphase den angemessenen grafischen Abstraktionsgrad festzulegen - von groben Volumen in frühen Konzept- und Entwurfsphasen bis hin zu detaillierten Bauteilmodellen in der Ausführungs- und Montageplanung. Typischerweise wird der LoD stufenweise erhöht, etwa von einfachen Massenmodellen für frühe Kostenschätzungen über stärker ausmodellierte Bauteile für Koordination und Kollisionsprüfung bis hin zu ausführungsreifen Detailmodellen für Werk- und Montagepläne. In Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) und BIM-Abwicklungsplänen (BAP) wird der geforderte Level of Detail je Fachmodell und Leistungsphase definiert, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten den gleichen Erwartungshorizont hinsichtlich der grafischen Modellqualität haben und Über- bzw. Untermodellierung vermieden wird.

Praxisbeispiel

Für eine frühe Machbarkeitsstudie wird ein Gebäude als einfache Volumenkörper mit wenigen Grundabmessungen modelliert (niedriger LoD), um Flächen und grobe Kubaturen zu ermitteln, ohne Fensterprofile, Attiken oder Anschlussdetails auszumodellieren. In der Ausführungsplanung eines Bürogebäudes wird der LoD für Fassadenbauteile so festgelegt, dass Pfosten-Riegel-Profile, Brüstungen und Anschlüsse an Decken realistisch und maßhaltig dargestellt werden (hoher LoD), um präzise Kollisionsprüfungen mit Tragwerk und Technik durchführen zu können. Im BIM-Abwicklungsplan eines Projekts wird vereinbart, dass Tragwerksstützen in der Entwurfsplanung nur als einfache Querschnitte ohne Kopf- und Fußplatten modelliert werden, während in der Werkplanung Schrauben, Laschen und Platten im Modell ergänzt werden, um die fertigungsgerechte Detaillierung abzubilden.


Level of Development (LOD)

Level of Development (LOD) bezeichnet im BIM-Kontext den definierten geometrischen Detaillierungsgrad von Bauteilen in den jeweiligen Projektphasen und legt fest, wie ausführlich und belastbar die geometrische Ausprägung eines Objekts in einem Modell ist.

Das LOD-Konzept wird in BIM-Projekten genutzt, um eindeutig zu regeln, mit welchem geometrischen Informationsumfang Bauteile in bestimmten Planungs- und Ausführungsphasen vorliegen sollen. Es dient dazu, die Erwartungshaltung aller Beteiligten an den Modellinhalt zu steuern und Missverständnisse über den Fortschritt und die Nutzbarkeit des Modells zu vermeiden. Je nach Phase - von der frühen Planung bis zur Ausführung - werden abgestufte LOD-Stufen vereinbart, die den zunehmenden Detailgrad der Geometrie widerspiegeln.

Typische Anwendungen des LOD sind die Definition von Anforderungen in Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) und im BIM-Abwicklungsplan (BAP), die Koordination zwischen Fachmodellen sowie die Grundlage für modellbasierte Auswertungen, etwa Mengenermittlung oder Kollisionsprüfung. So kann z. B. in einer frühen Phase nur der ungefähre Raumbedarf eines Bauteils modelliert werden, während in späteren Phasen eine detaillierte, maßstäbliche Darstellung mit exakten Abmessungen und Einbaulagen gefordert wird.

Praxisbeispiel

In der Entwurfsphase werden Innenwände nur als einfache Volumenkörper mit Grundrisslage und Höhe modelliert (niedriger LOD), um den Raumeindruck und die Flächen grob beurteilen zu können. In der Ausführungsplanung werden dieselben Wände mit Schichtenaufbau, exakten Öffnungen, Anschlüssen und ggf. Profilen abgebildet (höherer LOD), sodass belastbare Mengen, Detailpläne und Kollisionsprüfungen möglich sind.


Level of Geometry (LOG)

Level of Geometry (LOG) bezeichnet im BIM-Kontext den abgestuften Detaillierungsgrad der geometrischen Ausprägung eines Bauteils oder Modells. LOG beschreibt, wie konkret Form, Größe, Lage, Orientierung und ggf. Einbauräume eines Elements modelliert sind - von rein symbolischen bzw. grob konzeptionellen Darstellungen bis hin zu hersteller- und fertigungsgenauen 3D-Geometrien. LOG ist damit die „geometrische Komponente“ eines Entwicklungsgrads und wird häufig in numerischen Stufen (z. B. 100-400) angegeben.

In der Praxis wird LOG meist als Teilkonzept innerhalb des übergeordneten Level of Development (LOD) verstanden, das den Gesamt-Reifegrad eines BIM-Modells beschreibt. LOD-Spezifikationen, etwa in Anlehnung an BIMForum und AIA, unterscheiden dabei zwischen Anforderungen an Geometrie (LOG) und nichtgeometrische Informationen (oft LOI - Level of Information).(help.archlinexp.com) LOG-Stufen werden typischerweise im BIM-Abwicklungsplan (BAP/BEP) für Projektphasen und Lieferstände festgelegt, um vertraglich klar zu regeln, welche geometrische Ausarbeitung zu welchem Zeitpunkt vorliegen muss.(linear.eu)

Im frühen Entwurf (Vor- und Entwurfsplanung) wird LOG vor allem für konzeptionelle und schematische Modellgeometrien genutzt, um Volumen, Grundstruktur und Grobabmessungen zu untersuchen (z. B. LOG 100/200). In der Ausführungs- und Werkplanung nimmt der LOG sukzessive zu (LOG 300-400), sodass Kollisionsprüfungen, koordinationssichere Detailplanung und ggf. Fertigungsunterlagen möglich werden.(help.archlinexp.com)

BIM-Werkzeuge erlauben häufig die Einstellung des LOG je Ansicht oder Bauteilklasse, um je nach Anwendungsfall (Entwurf, Fachkoordination, MEP-Planung, Bestandsdokumentation) eine passende geometrische Tiefe anzuzeigen.(help.archlinexp.com) LOG spielt zudem eine Rolle bei qualitätssichernden Prüfungen: Spezielle Prüfverfahren und Forschungsansätze klassifizieren bzw. verifizieren anhand geometrischer Merkmale, ob Bauteile den geforderten LOG-Stufen entsprechen.(sciencedirect.com)

Praxisbeispiel

In einem BIM-Abwicklungsplan wird festgelegt, dass Tragwerksstützen zur Entwurfsfreigabe mindestens LOG 200 (annähernde Geometrie, grobe Abmessungen) und zur Ausführungsplanung LOG 300 (maßhaltige, koordinationsfähige Geometrie) erreichen müssen. Fachplaner und Modellprüfer nutzen diese Vorgaben, um zu kontrollieren, ob die gelieferten Modelle für Mengenermittlung und Kollisionsprüfung ausreichend detailliert sind.


Level of Information Need (LOIN)

Der Level of Information Need beschreibt, welche Informationen in welcher Tiefe für ein bestimmtes Objekt oder eine Aufgabe benötigt werden. Er umfasst geometrische und alphanumerische Anforderungen und hilft, den Informationsumfang gezielt festzulegen.

Im BIM-Prozess dient LOIN dazu, Übermodellierung zu vermeiden und Informationsanforderungen präzise zu steuern. Er ist besonders wichtig für die Abstimmung zwischen Auftraggebern und Planern sowie für die Qualitätssicherung.


Open BIM

Open BIM bezeichnet einen herstellerunabhängigen Ansatz im BIM, bei dem offene Standards und Formate eingesetzt werden. Ziel ist es, Informationen zwischen verschiedenen Softwarelösungen verlustarm auszutauschen und die Zusammenarbeit zu erleichtern.

Im BIM-Kontext wird Open BIM besonders dann genutzt, wenn mehrere Disziplinen mit unterschiedlichen Autorensystemen arbeiten. Typisch ist der Einsatz von offenen Austauschformaten wie IFC sowie von standardisierten Informationsanforderungen, damit Modelle interoperabel bleiben und langfristig nutzbar sind.


Visualisierung

Visualisierung umfasst die grafische Darstellung von Planungs- und Projektdaten, um Inhalte verständlich zu machen. Sie reicht von einfachen Diagrammen bis zu fotorealistischen 3D-Ansichten.

Im BIM wird Visualisierung eingesetzt, um Modelle zu kommunizieren, Entscheidungen zu unterstützen und Abstimmungen zu erleichtern. Sie ist eine zentrale Brücke zwischen technischen Fachinhalten und nicht-technischen Projektbeteiligten.

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